Am kommenden Montag referiert Andreas Zumach in der Auslandsgesellschaft Dortmund: „Binding Treaty“: Menschenrechte verbindlich für Konzerne? Geht das?

Archivbild: Podiumsdiskussion auf dem Medienkongress der IALANA: Gabriele Krone-Schmalz, Andreas Zumach (2. von links), Manfred Deiseroth (Moderation), Ekkehard Sieker und Albrecht Müller (NachDenkSeiten). Foto: Stille

Für kommenden Montag, dem 3.12., 19 Uhr, kündigt Attac Dortmund wieder eine interessante Veranstaltung in der Auslandsgesellschaft an:

Aus den Ankündigungen der Veranstaltung:

Andreas Zumach, Korrespondent bei der UNO für die taz u.a. Er ist Experte auf den Gebieten des Völkerrechts, der Menschenrechts- und Sicherheitspolitik, der Rüstungskontrolle und der inter-nationalen Organisationen.

Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza (Bangladesch), Kriegsgräuel rund um
die Minen im Kongo, Kinderarbeit auf Kakaoplantagen…

Auch Dortmund ist mit schwersten Menschenrechtsverletzungen verbunden

Auch wir hier in Dortmund sind – ohne dass es die meisten wissen – mit
schwersten Menschenrechtsverletzungen verbunden: Die Dortmunder
Stadtwerke, DSW21, sind mit 36 % größter Anteilseigner des
Energiekon­zerns STEAG. (Dazu hier mehr) Der bezieht genau wie RWE in großen Mengen Kohle
aus Kolumbien. Der Abbau dort führt nicht nur zu riesigen ökologischen
Schäden. Schwerste Krankheiten bis hin zu hoher Kindersterblichkeit sind
die Folgen. Außer­dem wurden Dörfer durch Militär zwangsumgesiedelt,
ohne dass ihre Rechte berücksichtigt wurden. Proteste gegen die Zustände
wurden und werden weiterhin mit Todesdrohungen und Morden von
Paramilitärs beant­wortet, die nachweislich in Verbindung mit den Minenbetreibern standen.

Bindende Aufgaben und Pflichten, nicht freiwillige!

Das muss sich ändern! Deswegen gibt es auf UN-Ebene eine Initiative, die
Menschenrechte auch gegenüber großen Konzernen durchsetzbar machen will
(sog. „Binding Treaty“). „Binding“ bedeutet: Bindende Aufgaben und
Pflichten, nicht freiwillige! Das wäre endlich ein wirksames Instrument
für die Betroffenen. Doch Bundesregierung und EU-Kommission boykottieren
bisher die Verhandlungen. Attac und über 700 Organisationen weltweit
set­zen sich für ein verbindliches und möglichst starkes Abkommen ein.

Andreas Zumach berichtet über den Stand der Verhandlungen in der UNO und die weltweite Unterstützungskampagne.

Vorankündigung für die erste Veranstaltung im neuen Jahr

Vorankündigung: Im Januar 2019 (21.1.) spricht Winfried Wolf zum Thema:
„Verkehrswende statt Irrweg Elektro-PKW“

Quelle: Pressemitteilung Attac Dortmund

Wann?

Montag, 3. Dezember 2018, 19 Uhr

Wo?

Grafik via Auslandsgesellschaft NRW.

Auslandsgesellschaft NRW Dortmund, Nähe Nordausgang Hauptbahnhof, Cine Star

Eintritt frei

 

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Dem Italien-Bashing von Europäischer Kommission und deutschen Medien entgegengestellt: Die einzige deutschsprachige Studie zur Gesundheitslage der Geschlechter in den Regionen Italiens

Die italienische Regierung plant eine Neuverschuldung. Und geriet damit in Konflikt mit der Europäischen Kommission. Bislang ist Rom nicht gewillt zurückzuweichen. Die Europäische Kommission könnte sich die Zähne daran ausbeißen. Mit Italien wird nicht so umspringen können wie einst mit dem dann ruiniertem Griechenland. Aber schon läuft das Italien-Bashing an. Natürlich mit voller Kraft auch aus Deutschland. Wen wundert es? Meist ohne Sinn und Verstand. Die meisten Mediennutzer werden es nicht merken und vielleicht das Italien-Bashing am Stammtisch fortsetzen. Denn dank unsere Medien wissen sie meist nicht wo ökonomisch die Glocken hängen. Wissen’s denn die Medien? Man darf – muss! – daran zweifeln. Ausnahmen wie beispielsweise Makroskop, Telepolis und die NachDenkSeiten bestätigen die Regel. Zum vorliegendem Fall zwei interessante, ausgewogene, sich vom – mit Verlaub – Deppen-Mainstream abhebende, die LeserInnen erhellenden Beiträge (hier und hier ) von Winfried Wolf (Chefredakteur von Lunapark21, Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie) und Jens Berger (NachDenkSeiten).

Winfried Wolf schreibt:

„Die Schlagzeilen des Tages lauten „Italiens Schulden alarmieren die EU“ – so die „Süddeutsche Zeitung“ vom 19. Oktober bereits auf Seite 1. Offensiv gegen Rom argumentieren deutsche Finanzexperten; Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts in München, spricht im „Handelsblatt“ vom 14. Oktober vom „italienischen Patienten“ und plädiert dafür, „Italien finanziell zu isolieren“. Es gehe jetzt darum, „die Finanzstabilität bei einer Staatspleite Italiens zumindest im Rest der Eurozone aufrechtzuerhalten.“ Und der EU-Kommissar Pierre Moscovici agiert extrem aggressiv und richtete am 19. Oktober einen „Brandbrief“ an die italienische Regierung, in dem er behauptet, Rom verstoße „gegen die Schuldenregeln der EU in einem noch nie dagewesenen Maß“.

Das ist schlicht Unfug und zugleich eine Panikmache, die tatsächlich zu einer Finanzpanik führen kann. Richtig ist, dass die öffentlichen Schulden Italiens hoch sind. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt übersteigen sie 130 Prozent (oder auch: alle öffentlichen Schulden Italiens sind um gut 30 Prozent größer als das aktuelle Bruttoinlandsprodukt des Landes). Richtig ist auch, dass die EU für diese Schuldenquote einmal eine Grenze von 60 Prozent vereinbarte.“

Auf den NachDenkSeiten lesen wir:

„Premier Conte begründet die Neuverschuldung damit, dass „Wirtschaftswachstum der beste Weg [sei], aus der Schuldenfalle herauszukommen“ und liegt damit auch goldrichtig. Die NachDenkSeiten hatten schon anlässlich der grotesken Debatte während der italienischen Parlamentswahlen festgestellt, dass Italien kein Schulden-, sondern ein Wachstumsproblem hat und eine Investitionspolitik der beste Ausweg aus Italiens Stagnationskrise ist, die zwangsläufig die Schuldenquote nach oben treibt.“

Prof. Albrecht Goeschel (Akademie und Institut für Sozialforschung Verona)

notierte zur übertriebenen Aufregung seitens der Europäischen Kommission und der deutschen Mainstream-Medien kürzlich:

„Wie der Spiegel von heute und Süddeutsche und Konsorten andauernd zeigen: Wer es wagt, den Euro und das Frankfurt-Berlin-Brüssel Regime in Frage zu stellen, wird medial niedergeknüppelt.

Leider kommt dazu, dass die Italien-Berichterstattung in D. noch nie über ein „Pizza – molto buono“ und „Amalfi bella“ – Touristengewäsch und ein verständnisloses Berlusconi-Bashing hinausgekommen ist.

Akademie und Institut für Sozialforschung Verona gibt die einzige deutschsprachige Studie zur Gesundheitslage der Geschlechter in den Regionen Italiens zur Kenntnis:

Atlas: Gesundheitliche Lage der Männer und der Frauen in Italien von Dirk Richter und Markus Steinmetz (mit einem Vorwort von Prof. Albrecht Goeschel (PDF)