Ohrenkuss wird 20 Jahre alt. Ohrenkuss-Jubiläumsausgabe zum Thema „Ozean“

Pressemitteilung von Ohrenkuss

Das Jubiläums-Magazin hat den doppelten Umfang.
Mit Experten-Interviews zu Artenvielfalt, Überfischung und Flüchtlingsdramen im Mittelmeer  

Ohrenkuss-Redaktion 1998 bei der Arbeit. Foto: Hires

BONN, 29. Oktober – Seinen 20. Geburtstag feiert Ohrenkuss mit einem besonderen Jubiläumsheft zum Thema „Ozean“. Das Magazin „Ohrenkuss …da rein, da raus“ hat diesmal einen Umfang von 60 Seiten und bietet neben den Texten der Redakteure auch einige Experten-Interviews zu den Themen Artenvielfalt, Überfischung und Flüchtlingskrise.

Der Berliner Fotograf Mathias Bothor begleitete das Ohrenkuss-Team bei ihrer Recherche-Reise nach Stralsund. Dort besuchten die Autoren das Ozeanum. Mit dem Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Dr. Harald Benke, führten die Ohrenkuss-Redakteure ein spannendes Interview über die Artenvielfalt im Meer und im Ozeanum. Wie atmen Strandkrabben? Wie taucht der Pottwal? Und kann man Seegurken eigentlich auch essen? Dr. Harald Benke beantwortete alle Fragen und erklärte viele Fischarten – vom Stichling bis zum Sandtigerhai.

Interview mit dem mare-Chefredakteur

Das Meeresklima hatte besondere Auswirkungen auf die Texte der Autoren: „Wenn ich hier schlafe, denke ich nur Wale“, meinte Aladdin Detlefsen. Und Fabian Lehner schreibt: „Schön. Nice. Schöne Luft.“ Einige Ohrenkuss-Redakteure gingen sogar baden und beschrieben danach: Wie sieht die perfekte Badehose aus?

Außerdem befragten die Ohrenkuss-Autoren Nikolaus Gelpke, den Verleger und Chefredakteur der Zeitschrift mare. Er meint: Wenn man das Meer liebt, dann muss man sich auch darum kümmern. „Das tun die Menschen zu wenig.“ Der Journalist riet den Ohrenkuss-Autoren, sich mit dem Thema „Überfischung“ zu beschäftigen: „Da kann man nicht genug drüber schreiben.“
Ein weiteres wichtiges Umwelt-Thema beschreibt Achim Reinhardt im neuen Ohrenkuss: „Viel Plastikmüll im Ozean ist nicht gut. Meeresschildkröten und Fische und Krebse und Wale schlucken Plastik herunter und können versticken im Ozean.“

MISSION LIFELINE rettet Flüchtlinge

Zu den Flüchtlingsdramen im Mittelmeer befragten die Ohrenkuss-Redakteure Heidi Hemmann, Mitarbeiterin der Seenotrettungsorganisation MISSION LIFELINE aus Dresden. Sie berichtete von mehr als 1.000 Menschen, die das Schiff LIFELINE seit dem Herbst 2017 vor dem Ertrinken rettete. Heidi Hemmann glaubt, dass es noch mehr werden: „Weil sich sehr viele Menschen auf das Mittelmeer begeben und leider, leider die Überfahrt nicht schaffen, weil ihre Boote nicht geeignet sind.“

Ohrenkuss-RedakteurInnen vor einer Jurte in der Mongalei. Foto: Hires

Die  Antworten bewegten Ohrenkuss-Autorin Natalie Dedreux, sich klar zur Flüchtlingskrise zu positionieren: „Sie haben auch das Recht nach Deutschland zu kommen.“ Und für die Politiker hatte sie auch gleich einen Rat: „Können wir den Seehofer mal bremsen.“

Ohrenkuss ist eine gGmbH

„Ohrenkuss …da rein, da raus“ ist ein Projekt der downtown-Werkstatt für Kultur und Wissenschaft und eine gemeinnützige GmbH. Das heißt: Wer möchte, kann jetzt auch für Ohrenkuss oder andere Projekte der downtown-Werkstatt spenden und bekommt dafür im Gegenzug Spendenquittungen. Weitere Informationen dazu auf der Website www.downtown-werkstatt.de.

Über Ohrenkuss

Das Magazin „Ohrenkuss …da rein, da raus“ erscheint zweimal im Jahr und veröffentlicht ausschließlich Texte, die Menschen mit Down-Syndrom selbst verfasst haben. So können die Leserinnen und Leser direkt daran teilhaben, wie Menschen mit Down-Syndrom ihre Umgebung wahrnehmen und was sie wirklich denken. Das Magazin ist in einer besonderen Optik

Michael Häger, Ohrenkuss-Autor, zeigt wie es geht: mit dem Zeigefinger der linken Hand zum linken Ohr hin und mit dem Daumen der rechten Hand vom rechten Ohr weg zeigen: “Da rein, da raus“. Quelle: @Ohrenkuss

gestaltet und veröffentlicht viele Fotos der Autoren, die sie in ungewöhnlichen oder alltäglichen Situationen zeigen.

„Ohrenkuss …da rein, da raus“ hat bereits viele Preise gewonnen, darunter den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland und den Jugendkulturpreis Nordrhein-Westfalen, den Designpreis Deutschland und den BIENE Award für barrierefreie Angebote im Web.

www.ohrenkuss.de 
http://www.facebook.com/ohrenkuss

www.twitter.com/21touchdown
www.instagram.com/ohrenkuss

https://ohrenkuss.de/projekt/

Hier, liebe LeserInnen, finden Sie Beiträge von mir zu und über „Ohrenkuss“ hier auf WordPress bzw. Freitag.de (Asansörpress35).

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Der aktuelle Ohrenkuss erklärt den „Anfang der Welt“

Cover des Ohrenkuss No 36; Foto: Hanna Witte, Grafik: Maya Hässig, Köln/Ohrenkuss.

Cover des Ohrenkuss No 36; Foto: Hanna Witte, Grafik: Maya Hässig, Köln/Ohrenkuss.

Die neue Ausgabe des Magazins „Ohrenkuss… da rein, da raus“ ist da!

Diesmal dreht es sich um etwas ganz Elementares. Der Titel des Märzheftes: „Anfang der Welt“. Und, soviel sei verraten, wieder ist den Autorinnen und Autoren, der Redaktion, eine Überraschung gelungen. Der März-Titel des Magazins, so heißt es in der Presseankündigung, „steht damit für das Entstehen des großen Ganzen, das wir Welt nennen, und unserer eigenen kleinen Welt, die mit der Geburt beginnt.“

Wer Ohrenkuss schon kennt, weiß um die wunderbaren, manchmal zunächst seltsam anmutenden, jedoch mit ihren Erklärungen wahrlich direkt zum Kern der Dinge und Geschehnisse vorstoßende kleine Artikel oder Gedichte.

Auch diesmal, schlägt man das Cover mit dem glänzenden schwarzen Kreis auf, an welchem vorbei man wie aus einem imaginären Raumschiff auf die Erde zu blicken scheint, fesseln einen abermals schon die ersten Texte der Autorinnen und Autoren mit Down-Syndrom. Sie bewegen sich diesmal beinahe magisch „zwischen den beiden Polen der Mensch- und Welt-Werdung. Zu danken ist zu einem nicht geringem Teil der eindrucksvollen Bebilderung des Magazins durch die die Kölner Fotografin Hanna Witte. Diese lässt den März-Ohrenkuss „wie ein Ausstellungs- und Denkraum“ wirken, „durch den die Leserschaft Wort für Wort und Bild für Bild schreitet wie durch ein echtes Museum.

Wie üblich hat sich das Ohrenkuss-Redaktions-Team durch den Gang durch zwei Ausstellungen die nötigen Anregungen für ihre Texte verschafft. Die Autorinnen und Autoren haben mehrmals die fantastische Ausstellung „Haux Haux“ von Ernesto Neto im Arp Museum im Bahnhof Rolandseck, um der Entstehung von Universum, Welt und Leben auf die Spur zu kommen. Und in der Bonner Ausstellung „Outer Space. Faszination Weltraum“ in der Bundeskunsthalle haben sich Antworten auf Fragen zum Weltraum, zum Urknall und zum Leben im All finden lassen.

Erst Adam und Eva – oder doch Affen?

Zur Entstehung des Universums hat das Ohrenkuss-Team unterschiedliche Ansichten. „Blau war die Welt“, diktierte Anna-Lisa Plettenberg (S. 07), Tobias Wolf setzt dem auf Seite 08 entgegen: „Also, am Anfang war die Erde ein Feuerball.“ Robert Petkewitz wiederum sagt: „Adam und Eva zu erst.

Foto: Hanna Witte, Grafik: Maya Hässig, Köln.

Foto: Hanna Witte, Grafik: Maya Hässig, Köln.

Alles cool.“ Doch Julia Bertmann holt ein bisschen weiter aus: „Zuerst kamen die Dinosaurier, dann kamen die Affen, dann die Urzeit-Menschen und dann wir.“ Wer zuerst nach dem Anfang kam, weiß auch Marley Thelen nicht so genau, aber eins ganz gewiss: „Die Stimmung war gut.“ Robert Petkewitz hat selbst per Email geschrieben: „Der Anfang der Welt. Gott Hat Die Welt Er Schfen. Zuerst Die Tiere und Mänschen Adam und Eva Zu Erst. Alles Cool.“ Cool all das, in der Tat!

In der Pressemeldung steht zu lesen: „Die Entwicklung des Menschen nehmen die Ohrenkuss-Autorinnen und Autoren in einem eigenen Kapitel in den Blick. „Ich war früher ein Affenmensch“, meint Maximilian Kurth mit Blick auf die Menschheitsgeschichte. Und Daniel Rauers berichtet, dass unsere Urahnen Adam und Eva nur deshalb aus dem Paradies geworfen wurden, weil sie verbotene Äpfel gegessen hatten. Ein Kapitel über den Anfang des eigenen, menschlichen Lebens verbindet das Große mit dem Kleinen. Verena Elisabeth Turin sagt: „Der Anfang des Lebens ist wunderschön.“ Und Katja Sothmann schreibt: „Wie meine Mama mit mir schwanger war ab da Beginnt mein leben.“

Und auch um „Das Weltall und das Down-Syndrom“ geht es im aktuellen Heft.

„Um Zellen und Chromosomen geht es in den Texten der Autorinnen und Autoren auch. Und wie der Weltraum und der Urknall sich mit dem Leben im All und auf der Erde verbinden, zeigen die Absätze über die Bonner „Outer Space“-Schau. Darin schreibt Angela Fritzen den Satz: „DAS DOWN-SYNDROM IST EIN ALIEN.“

Auch darauf sei unbedingt hingewiesen: „TOUCHDOWN – Ausstellung zum Down-Syndrom“

„Ob das mit dem Alien stimmt, können Ohrenkuss-Fans erfahren auch in Kürze in einer besonderen Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle (29.10.2016 bis 12.02.2017). Ohrenkuss ist dabei!

Die Schau mit dem Titel „TOUCHDOWN“ entsteht in Kooperation mit der Ohrenkuss-Herausgeberin, der gemeinnützigen downtown-Werkstatt für Kultur und Wissenschaft. Denn „TOUCHDOWN 21“ ist auch der Titel eines aktuellen partizipativen Forschungsprojektes, das Material und Wissen über das Down-Syndrom sammelt, analysiert und kuratiert und im Internet auf TOUCHDOWN 21 für alle in klarer Sprache zugänglich macht.“

Über Ohrenkuss

Das Magazin „Ohrenkuss …da rein, da raus“ erscheint seit 1998 zweimal im Jahr und veröffentlicht ausschließlich Texte, die Menschen mit Down-Syndrom selbst verfasst haben. So kann die Leserschaft von Ohrenkuss direkt daran teilhaben, wie Menschen mit dieser geistigen Behinderung ihre Umgebung wahrnehmen und was sie wirklich denken. Das Magazin ist in einer besonderen Optik gestaltet und veröffentlicht viele Fotos der Autoren, die sie in ungewöhnlichen oder alltäglichen Situationen zeigen.

Es darf auch für Ohrenkuss oder andere Projekte der downdown-Werkstatt gespendet werden

„Ohrenkuss …da rein, da raus“ ist ein Projekt der downtown-Werkstatt für Kultur und Wissenschaft, die seit Januar 2013 eine gemeinnützige GmbH ist. Das heißt: Wer möchte, kann jetzt auch für Ohrenkuss oder andere Projekte der downtown-Werkstatt spenden und bekommt dafür im Gegenzug Spendenquittungen.

Erfrischend und wunderbar kommt der neue Ohrenkuss wieder daher. Staunenswert allemal. Und neue Horizonte öffnend. Unsere manchmal doch sehr eingefahrenen Blicke schärfend und aufs Wesentliche? lenkend. Der Ohrenkuss geht ein weiteres Mal … da rein, da raus und hinterlässt dabei gewiss ordentlich durchlüftete Denkwelten. „Der Anfang der Welt“ – da kann einen wirklich viel durch den Kopf gehen. Dem Ohrenkuss sei Dank!