Morgen in Essen: Zur aktuellen sozialen und politischen Lage in Palästina und Israel sprechen Prof. Moshe Zuckermann und Dr. med. Khaled Hamad

Prof. Moshe Zuckermann auf einer früheren Veranstaltung in Dortmund. Foto: C.-D. Stille

Susann Witt-Stahl (Chefredakteurin der Zeitschrift Melodie & Rhythmus) informierte am 18. Juli 2017 via Facebook über eine Veranstaltung, welche u.a. im Ruhrgebiet auf Interesse stoßen könnte.

Der israelische Soziologe und Professor für Philosophie und Geschichte Moshe Zuckermann an der Universität Tel Aviv spricht am kommenden Freitag auf Einladung des AstA der Universität Essen-Duisburg. „Zuckermann gilt als Kritiker der israelischen Politik und Gesellschaft. Er steht politisch links und befürwortet eine Konföderation zwischen Israel und einem unabhängigen Staat Palästina als langfristige Lösung des Konflikts.“ (Wikipedia)

Ein weiterer Referent an diesem Abend in Essen wird Dr. med. Khaled Hamad (Vorstandsmitglied der Deutsch-Palästinensischen Medizinischen Gesellschaft) sein.

Thema der Veranstaltung: „Aktuelle soziale und politische Lage in Palästina und Israel“

Susann Witt-Stahl weist auf „Rufmordkampagne“ gegen die Veranstaltung hin

Susann Witt-Stahl fügt betreffs der Veranstaltung hinzu: „wieder einmal begleitet von einer Rufmordkampagne, die wie immer von „antideutschen“ und offen Rechten initiiert wird.“ Auch der Blog Ruhrbarone befeuert diese. Man titelt: „Uni Duisburg-Essen: Neue Kritik an israelfeindlicher Veranstaltung“.

Wann:

Freitag, 21. Juli 2017 – 18:00 Uhr

Wo:

Alter Audimax Essen (S04 T01 A01)
Gastgeber: AStA Universität Duisburg-Essen
Universitätsstraße 2, 45141 Essen

 

 

 

Update vom 27.7.2017

Via Melodie & Rhythmus

auf Facebook nebst dem Video von der hier vergangene Woche angekündigten Veranstaltung:

„Nach der rufmörderischen Treibjagd auf die Referenten des Vortragsabends »Zur aktuellen politischen Lage in Israel/Palästina« an der Uni Duisburg-Essen – M&R-Autor Moshe Zuckermann und Khaled Amad −, die u.a. von der Publizistin Jutta Ditfurth und rechten Medien wie den »Ruhrbaronen« angeheizt wurde, gibt es eine Erklärung der Internationale Liste UDE des AStA, die die Veranstaltung organisiert hatte. Darin heißt es: »Es ist leider keine Seltenheit, dass Referent*innen mit Verleumdungen und vorurteilsbeladenen Gerüchten denunziert und diskreditiert werden. Doch waren die Vorwürfe hier nicht haltbar. Man griff zu miesen Tricks um die Veranstaltung zu stoppen und die Referent*innen persönlich anzugreifen. Nicht zuletzt musste eine weibliche jüdische Referentin absagen, da auch sie bedroht wurde. Dass deutsche Universitäten, kein sicherer Ort mehr für Jüdi*nnen zu sein scheinen, ist eine Schande und dieses Bedrohungsszenario spiegelt den internalisierten Antisemitismus an der Hochschule wieder, den insbesondre einzelnen Listen an der Uni mit sich tragen.« Wen interessiert, was die Referenten wirklich gesagt haben und wer die erschreckenden Ausmaße der Lügen und Verleumdungen, denen sie ausgesetzt waren, nachvollziehen möchte, sollte sich die Veranstaltung anschauen.“

Goebbels gelehrige Schülerin: Die Propagandamethoden der Sabine Adler im DLF

Sabine Adler vom DLF fällt mal wieder mit plumper Propaganda auf. OMG!

Die Propagandaschau

Sabine Adler vom DLF nur als moralisch verkommene Drecksau zu bezeichnen, wäre – wie für so viele bezahlte Propagandisten im „öffentlich-rechtlichen“ Schundfunk – zwar eine treffende Charakterisierung ihrer Persönlichkeit, aber auch eine Verharmlosung und Banalisierung ihrer GEZ-finanzierten, volksverhetzenden Agitation in der Tradition der Nazis. Die „Drecksau“ bezöge sich dabei offenkundig nicht auf ihre physische Erscheinung oder Fähigkeiten zur körperlichen Hygiene, sondern auf die berufliche Tätigkeit, wie eine Sau im Dreck zu wühlen, Dreck zu produzieren, Gärten zu verwüsten und die deutsche Öffentlichkeit im Sinne und Auftrag der Reichskanzlei zu manipulieren.

Plumper und dümmlicher als der aktuelle Nonsens von Sabine Adler kann Agitation und Propaganda kaum sein

Das neueste Machwerk Adlers ist derart plump, verlogen und von offensichtlicher Doppelmoral durchzogen, dass es geeignet ist, die Propagandamethoden der antirussischen Hetzerin auch für vollkommen arglose und inkompetente Medienbeobachter – also die Zielgruppe von ARD, DLF und ZDF – durchschaubar zu machen.

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Heute in Dortmund: Michael Lüders hält Vortrag in der Evangelischen St. Mariengemeinde

Cover via bücher.de

Dr. Michael Lüders ist ein deutscher Politik- und Islamwissenschaftler, der als Publizist sowie Politik- und Wirtschaftsberater tätig ist. Sein kenntnisreich und fesselnd geschriebenes Buch „Wer den Wind sät – Was westliche Politik im Orient anrichtet“ ist neben anderen Sachbüchern des Autors ein Bestseller. Nun hat er wieder ein Buch geschrieben und veröffentlicht: „Die den Sturm ernten – Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“.

Am heutigen Dienstag, den 11. Juli, um 19 Uhr hält der Nahostexperte Michael Lüders einen Vortrag in der Evangelischen St. Mariengemeinde in Dortmund.

Zum Buch:

„Wo liegen die Wurzeln der syrischen Katastrophe? Das gängige Bild sieht die Schuld einseitig bei Assad und seinen Verbündeten, insbesondere Russland. Dass auch der Westen einen erheblichen Anteil an Mitschuld trägt, ist kaum zu hören oder zu lesen. Michael Lüders erzählt den fehlenden Teil der Geschichte, der alles in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Anhand von freigegebenen Geheimdienstdokumenten und geleakten Emails von Entscheidungsträgern zeigt er, wie und warum die USA und ihre Verbündeten seit Beginn der Revolte ausgerechnet Dschihadisten mit Waffen beliefern – in einem Umfang wie seit dem Ende des Vietnamkrieges nicht mehr. Dadurch haben sie die innersyrische Gewalt ebenso befeuert wie auch den Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland. Eindringlich beschreibt Lüders, wie insbesondere Washington schon seit langem nur auf eine günstige Gelegenheit wartete, das Assad-Regime zu stürzen. Dabei behandelt er auch frühere amerikanische Putschversuche in Syrien in den 1940er und 1950er Jahren, die fehlschlugen und erklären, warum sich Damaskus der Sowjetunion zuwandte. Die Kehrseite dieser Politik des Regimewechsels erlebt gegenwärtig vor allem Europa: mit der Flüchtlingskrise und einer erhöhten Terrorgefahr durch radikale Islamisten.“

Ort

Evangelischen St. Mariengemeinde Dortmund, Kleppingstraße 5. Anmeldung über gabrielle.huckenbeck@kircheundgesellschaft.de

Eintritt: 5 Euro

Zu Michael Lüders: Tilo Jung spricht mit dem Nahostexperten

 

Mehr Empathie! #NoG20

Leseempfehlung für meine LeserInnen:

★ Victory ★ Viktoria ★

Ich wünsche mir mehr Empathie!

Für mich persönlich hat Empathie vor allem damit zu tun, dass ich nicht urteile, wenn ich wenig weiß. Auch nicht dann, wenn ich viel fühle. Ich versuche also, bei allem, was mir tagtäglich so begegnet, zu verstehen, warum etwas passiert, warum Menschen sich so oder anders verhalten. Ich versuche einen Kontext zu setzen und Dinge in einem größeren Zusammenhang zu betrachten. Und ich versuche, statt zu meckern, Lösungen zu finden. Dabei hilft diese Empathie. Denn es hilft bei Lösungen den Kontext zu verstehen. Dieser Text ist aus dem Blickfeld einer Linksradikalen geschrieben, die die Geschehnisse in Hamburg in den letzten Wochen, aber vor allem in den letzten Tagen, online beobachtet hat.

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#StoppRamstein wirft seine Schatten voraus: Tickets fürs Friedenscamp vom 4. bis 10. September 2017 ab sofort verfügbar

Logo via Kampagne #StoppRamstein.

Da beißt die Maus kein Faden ab: Von deutschem Boden geht Krieg aus. Auf Grund der geografischen Lage der USA kann die US-Army nicht direkt eine Drohne im Nahen Osten steuern. Da die Satellitensignale allerhöchstens bis Europa kommen, brauchen die USA eine sogenannte Relaisstation. Und die ist in Deutschland. Um genauer zu sein in Ramstein (Rheinland-Pfalz). Friedensaktivist Reiner Braun informierte darüber vor einiger Zeit u.a. in Dortmund.
Nun ist es aber so, das es einen Grundsatz in bzw. für Deutschland gibt, nämlich das nie wieder Krieg vom deutschen Boden aus gehen darf. Genau das tut es aber mit dem US-Luftwaffenstützpunkt in Ramstein. Weiteres dazu auch hier und hier.
Aufrechte, friedensbewegte Bürger beteiligen sich seit Jahren an Protesten gegen die Nutzung des Luftwaffenstützpunktes in Ramstein. Auch in diesem Jahr ist abermals eine große Protestaktion in Ramstein geplant.

Friedenscamp 04.-10. September 2017 – Friedenscamp und Festival #Stopp Air Base Ramstein: Dabei sein und mitmachen!

Es wird „für all diejenigen“ – informiert die Kampagne Stopp Ramstein – „die aktiv am Frieden interessiert sind, eine Möglichkeit geben, sich in einem solidarischen und friedlichen Protestcamp Stopp Air Base Ramstein 2017 zu begegnen, auszutauschen und zu diskutieren, wie wir den Frieden und ein menschliches Miteinander erhalten und fördern können – sowie unsere bisherigen Erfolge zu feiern“.

Reiner Braun während einer Veranstaltung in der Auslandsgesellschaft NRW Dortmund. Foto: C.-D. Stille

Und weiter heißt es: „Da wir dieses Jahr mit deutlich mehr Friedensbewegten Campenden rechnen (einige denken sogar, dass eine Verdopplung möglich ist), gibt/gab es im Vorfeld vieles zu planen und zu entscheiden. Bei der Planung des Camps ist uns viel daran gelegen das Camp solidarisch zu gestalten, um die Grundbedürfnisse einer jeden Aktivistin/eines jeden Aktivisten zu berücksichtigen und so gut wie möglich zu erfüllen.

Tickets für das Friedenscamp können hier gebucht werden. Auch zum Sozialtarif für Einkommensschwache.

STOPP AIR BASE RAMSTEIN

Logo via Stopp Ramstein.

Drohnen töten täglich in vielen Teilen der Welt unschuldige Zivilisten. Die U.S. Air Base in Ramstein spielt eine Schlüsselrolle bei völkerrechtswidrigen Einsätzen, ohne sie wäre der weltweite Drohnenkrieg unmöglich.

Es werden von Jahr für Jahr mehr Menschen, die sich an der Kampagne Stopp Ramstein beteiligen. Reiner Braun will festgestellt haben, dass auch vor Ort in und um Ramstein in der Bevölkerung die Zustimmung für die Proteste wächst.  Zumal auch das Arbeitsplatzargument zunehmend wegfalle: Die US-Airbase ist so gut wie autark. Alles was die Soldaten und zivilen Mitarbeiter zum Leben – Einkauf, Wellness etc. – brauchten – bis hin zu einer riesigen Klinik – befände sich inzwischen auf dem Gelände. Nur für den Bordellbesuch müssten die Soldaten noch die Airbase verlassen.

Von deutschem Boden geht Krieg aus. Das ist inzwischen bekannt und nachzulesen. Nicht zuletzt auch durch die Aussagen von Whistleblower Brandon Bryant (dazu ein Interview, das Dirk Pohlmann für KenFM mit Bryant auf Englisch führte). Einem US-Drohnenpiloten, der bei diesem Töten nicht länger mitmachen wollte. SPD-Vorsitzender und Kanzlerkandidat der Partei, Martin Schulz, kürzlich zur unrühmlichen Rolle, welche Deutschland im Rahmen des US-Drohnenkriegs spielt, in der Bundespressekonferenz befragt, „glänzte“ mit Unwissenheit.

Friedensfestival kann via Crowdfunding unterstützt werden

Wer mag, kann die Aktivitäten von #StoppRamstein via Crowdfunding unterstützen. Folgende Künstler treten beim Friedensfestival zu #StoppRamstein auf: Dieter Hallervorden, Morgaine, Bermooda, Neufundland, Jan Degenhard, JATA, Kilez More, Leslie Clio, Microphone Mafia, Patrice, PILZ, Prinz Chaos II und Schneewittchen.

Reichhaltiges Programm

Ablauf #StoppRamstein. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

#StoppRamstein – Zeitung kann bestellt werden

Via #StoppRamstein

Videoempfehlung: „Meinungsmache bestimmt unser Leben“ – Vortrag von Jens Berger (NachDenkSeiten) in Hamburg

In meinem Tagesablauf schließt sich das Lesen der  „Hinweise des Tages“ der NachDenkSeiten direkt an das Frühstück an. Mir als Bürgerjournalist gibt das Orientierung. Und auch manch Anregung für eigene Artikel betreffs bestimmter Themen. Da geht es mir so wie dem Kabarettisten HG Butzko. Butzko schrieb einmal über die NachDenkSeiten:

„Die NachDenkSeiten sind eine Wohltat im Internet, insofern als dass sie seriöse, zugängliche Quellen bündeln und die Informationen dann kommentieren. Und durch die Kommentierung bekommt man wiederum Metainformationen und aus denen heraus kann man sich ziemlich einfach und präzise täglich… richtig auf den aktuellen Stand bringen, was politisch bei uns los ist … Das ist meiner Ansicht nach die seriöseste Quelle für kritische Informationen.“

Ein Grund warum Albrech tMüller die NachDenkSeiten 2003 gründete, war, Gegenöffentlichkeit herzustellen. Und zu diesem Behufe auf die auf  uns medial einprasselnde Meinungsmache aufmerksam zu machen, welcher wir alle ausgesetzt sind. Denn nicht alle Medien konsumierenden Menschen war und ist dies klar. Obwohl sie die gemachten Meinungen zum großen Teil verinnerlichen und damit nicht selten unbewußt zur eigenen Meinung haben werden lassen. Meinungsmache bestimmt uns. Täglich. Und hinter gemachter Meinung stehen Interesse.

Heute möchte ich meinen verehrten LeserInnen ein Video empfehlen, das Meinungsmache zum Inhalt hat. Der Redakteur der NachDenkSeiten, Jens Berger, hat in Vertretung des erkrankten Albrecht Müller kürzlich einen Vortrag in Hamburg gehalten. Berger ist es perfekt gelungen, nahezu alle Seiten des Themas komprimiert zu beleuchten und die Inhalte dabei äußerst flüssig zu vermitteln. Die NachDenkSeiten heute dazu:

Eigentlich sollte ja Albrecht Müller am 22. Juni im Rudolf-Steiner-Haus in Hamburg auf Einladung des NachDenkSeiten-Gesprächskreises Hamburg über das Versagen der herkömmlichen Medien referieren. Leider kam jedoch eine Erkrankung dazwischen und NachDenkSeiten-Redakteur Jens Berger musste spontan einspringen. Die einleitenden Worte hielt Ulrike Sumfleth. Vor ca. 150 Gästen kam eine lebhafte Diskussion zustande.

 

Ruhrfestspiele 2017: Mit politischem Programm „eines der besten Ergebnisse“ erzielt

„Kopfüber Weltunter“ – Motto der 71. Ruhrfestspiele. Foto: C. Stille

Die Welt ist wieder einmal aus den Fugen. Und Besserung ist anscheinend nicht in Sicht. Insofern konnte deren prekärer Zustand nicht besser durch das Motto der Ruhrfestspiele 2017 „Kopfüber Weltunter“ Ausdruck finden.

„Die Welt ändert sich. Stetig“, erklärten die Ruhrfestspiele Anfang dieses Jahres. „Und immer schneller, so zumindest ist der Eindruck. Angesichts des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels und der radikalen Umbrüche, die unsere Weltordnung zunehmend ins Wanken bringen, meint man mitunter, die Welt stehe Kopf. Oder schlimmer noch, sie stehe kurz vor dem Untergang. Ein Zustand, der Ängste schürt, Ratlosigkeit auslöst, Ungewissheit hervorruft, in welche Richtung die Zukunft führt: abwärts oder aufwärts? Dabei vergisst man häufig, dass der Veränderung auch stets eine Chance innewohnt: auf Fortschritt, Verbesserung, Neubeginn.“

Unter dem Motto „Kopfüber Weltunter“ (meine Ankündigung) also setzten sich die Ruhrfestspiele vom 1. Mai bis 18. Juni 2017 mit diesem schwer fassbaren Schwebezustand auseinander.

Resümee der Ruhrfestspiele

Das Programm der Ruhrfestspiele sei in diesem Jahr „so politisch wie selten zuvor“ gewesen.  82.668 Besucher sahen die präsentierten Aufführungen auf Recklinghausens grünen Hügel im Stadtpark.

„Unter dem Leitthema „Kopfüber Weltunter“ setzten sich die diesjährigen Festspiele mit dem Gefühl des Chaos und der Unsicherheit in Zeiten des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels und der radikalen Umbrüche künstlerisch auseinander.

„Das Thema ‚Kopfüber Weltunter‘ traf ins Schwarze, die Ruhrfestspiele sind am Puls der Zeit“, so Festspielleiter Frank Hoffmann. „Das Programm veranschaulicht mehr denn je, wie die politische Lage auf die menschliche Psyche einwirkt, wie sie Einfluss nimmt auf jeden Einzelnen und auf die Gesellschaft als Ganzes. Das Interesse, Politik zu hinterfragen, nimmt gegenwärtig merklich zu. Mit unserem Spielzeitprogramm haben wir diese Diskussionskultur noch befeuert.“

Blick von der Bar im Ruhrfestspielhaus ins Freie. Foto: C. Stille

Produktionen wie Strindbergs atemloser „Rausch“, Akhtars pointiertes „Geächtet“ und Canettis entgleiste „Hochzeit“ beschäftigten sich ganz konkret mit der Angst und Verunsicherung des Menschen, der sich zunehmend selbst in Frage stellt. Fundamentale Wende­punkte standen im Fokus: von der Reformation über die Russische Revolution bis zur ukrainischen Revolution, die in „Counting Sheep“ besonders bewegend auf die Bühne gebracht wurde. Inszenierungen wie die Uraufführung von „Hool“ und die atemberaubende Street Dance-Performance „FLEXN“ in der Regie von Peter Sellars und Reggie (Regg Roc) Gray setzen sich eindrucksvoll mit dem Thema Gewalt auseinander, Stücke wie „Bomben­stim­mung“ und „Schlaraffenland“ sprachen das Thema Terror mit durchaus bissigem Humor an.

Die Ruhrfestspiele 2017 spiegeln die neuesten Entwicklungen der Theaterlandschaft in all ihrer Vielfalt. Die einzelnen Produktionen zeigen eine beachtliche Bandbreite an Inszenierungsansätzen in der Auseinandersetzung mit dem Motto „Kopfüber Weltunter“, die jeweils einer ganz eigenen Bühnenästhetik folgen. Von Robert Wilsons bildgewaltiger Inszenierung von „Der Sandmann“ über die avantgardistischen Choreogra­phien „Lego/Antitesi“ und den dekonstruierten „Berlin Alexanderplatz“ bis hin zu der szenisch-musika­lischen Lesung von „Prome­theus/ Egmont“ und dem chorischen Doppelabend „Die Maß­nahme/Die Perser“. In jeder Insze­nierung wurde eine andere Facette des Themas beleuchtet – und dies genreübergreifend: Von Schauspiel über Musiktheater und Tanz bis hin zu den Lesungen und der dies­jäh­ri­gen Kunstausstellung „Zwischen Krieg und Frieden – Der schwie­­rige Weg zur Avantgarde“ – das Leitthema „Kopfüber Weltunter“ war allgegenwärtig.

Nicht nur Genre- auch Landesgrenzen wurden in der Spielzeit 2017 überwunden, denn auch in diesem Jahr war das Festival wieder international aufgestellt. „Your Love is Fire – Deine Liebe ist Feuer“ stellte den Krieg in Syrien in den Mittelpunkt, mit „Ein Mann, der hoch zum Himmel fliegt“ bereicherte ein regimekritisches Stück aus China den Spielplan und der südafrikanische Autor und Regisseur Mpumelelo Paul Grootboom blickte in „Out in Africa – Tief in Afrika“ aus der verzerrten Perspektive des Europäers auf den afrikanischen Kontinent.

Bemerkenswert in Hinblick auf die Besucherzahlen ist in diesem Jahr die überdurchschnittliche Anzahl verkaufter Karten während des Festivals. Viele Besucher haben sich offenkundig auf Grund von Empfehlungen zum Kartenkauf entschlossen – sei es durch Berichte anderer Besucher oder durch die Presseberichterstattung. 14.784 Karten wurden seit dem 1. Mai verkauft, so viele wie nie zuvor.“

Insgesamt seien bei den Ruhrfestspielen 2017 108 Produktionen in 328 Aufführungen und 21 Spielstätten zu erleben gewesen. Darunter 10 Uraufführungen, 1 Weltpremiere, 1 Europa­premiere, 1 Deutsche Erstaufführung, 1 Deutschsprachige Erstaufführung, 5 Deutschland­premieren und 25 FRiNGE Produktionen. Erfreulich: „Das Gros der 17 Koproduktionen der Ruhr­­­­festspiele wird an renommierten nationalen und internationalen Theatern weitergespielt.“

Nach Informationen der Veranstalter erzielten die 71. Ruhrfestspiele mit 82.668 Besuchern eines der besten Ergebnisse der Ruhrfestspiele. Dies entspreche einer Auslastung von 83,9 %. Das Kulturvolksfest am 1. Mai besuchten trotz Regenwetters immerhin noch 40.000 Menschen. Im vergangenem Jahr waren ca. 100.000 Menschen gekommen.

Der persönliche Blick. Vorm Ruhrfestspielhaus und der Henry-Moore-Plastik. Foto: C. Stille

Meine persönlichen Favoriten des Festivals 2017

In diesem Jahr waren dies folgende Veranstaltungen: „Der Sandmann“ nach E.T.A. Hoffmann in einer Inszenierung (Ruhrfestspiele Recklinghausen/Düsseldorfer Schauspielhaus) bei der jedes Theaterzahnrädchen perfekt ineinandergriff und das SchauspielerInneensemble betrefffs seiner  Leistungen dem nicht nachstand. Kein Wunder, hatte doch Robert Wilson („The Black Rider“) als Theatermagier alle Fäden (Regie, Bühnenbild und Lichtkonzept) in der Hand. Frappierend. Grandios!

Nicht weniger begeisterte mich Sebastian Hartmanns „Berlin Alexanderplatz“ (Deutsches Theater Berlin) trotz der Spieldauer von 4 Stunden 30 Minuten. Ist aber nur Menschen e2mfohlen, welche Döblins Roman oder Fassbinders Film kennen. Denn, wie auch Stück berlinernd zum Besten gegeben wird: Wer eines von beiden nicht kennt, „der vasteht sowieso nüscht“.

Zu früher sonntäglicher Stunde gab ich mich der nachdenklich machenden Lesung

Claudia Amm und Günter Lamprecht beim Signieren. Foto: Stille

von „Der Engel schwieg“ (Heinrich Böll). Seinerzeit hatte man dies despektierlich „Trümmerliteratur“ genannt. Einfühlsam gelesen von Günter Lamprecht und seiner Frau Claudia Amm. Am meisten freute es mich für Lamprecht, dass der nun wieder ohne Stock laufen konnte. Seinerzeit hatte man dies despektierlich „Trümmerliteratur“ genannt. Ein großartiger Vormittag!

Und last but not least nach zwei Jahren wieder einmal Late-Night-Kabarett mit Hagen Rether. In der neuen Ausgabe seines Programmes „Liebe“ bekam wieder so mancher auf den Hut. Und es konnte einem passieren, dass einem selbst das Lachen im Halse steckenblieb. Denn keiner ist ohne Fehler. Rether stellt wie angekündigt den sogenannten gesellschaftlichen Konsens vom Kopf auf die Füße. Bravourös. Das saß wieder einmal!

(mit Ruhrfestspiele)

 

 

 

#NoG20 #Hamburg – Was wird passieren?

#G20 #Hamburg
Meinen LeserInnen empfohlen.

★ Victory ★ Viktoria ★

Ich finde es mehr als bedenklich, dass aus gewissen linken Kreisen nach Hamburg mobilisiert wird, als gäbe es da am nächsten Wochenende eine Mega-Sause. Ich glaube, es wird blutig und ekelig. Und die Menschen, die dorthin fahren, sollten sich darüber genau im Klaren sein.

Doch stellen wir uns zunächst erst einmal die Frage, warum ich so sicher bin, dass es heftig eskalieren wird und wer davon profitiert.

Schon oft gab es Gipfeltreffen und fast immer gab es Gegenproteste. Doch wie diese ablaufen, hängt maßgeblich von den Gegebenheiten der Umgebung ab. Wenn wir uns den Verlauf des Gipfels in Elmau anschauen, war es für die Demonstranten schon schwer genug, um überhaupt in die Nähe des Gipfels zu kommen, schlicht und einfach, weil er mitten im Niemandsland stattfand. Wenn also in angespannten Zeiten, in denen der Bundesregierung bekannt ist, dass immer mehr Menschen die herrschende Weltpolitik in Frage stellen, selbige sich dafür…

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Tjerk Ridder unterwegs im Licht von Martinus: Was bedeutet den Menschen das Teilen und Solidarität heute?

Tjerk Ridder dürfte meinen Leserinnen und Lesern bekannt sein. Der niederländische Theatermacher und Musiker aus der Domstadt Utrecht hat bereits mit zwei interessanten Projekten auf sich Reden gemacht. Sie waren stets mit einer Reise verbunden. In „Trekaak Gezocht!“ („Anhängerkupplung gesucht!“) im Jahre 2010 ging es darum mit einem Campingwagen (ohne Zugfahrzeug) von Utrecht nach Istanbul zu gelangen. Der Grundgedanke dabei: Man braucht andere, um voranzukommen.

Erlebnisse und Eindrücke von unterwegs flossen in Videos, ein Buch und Bühnenprogramme ein

Ridders fünf Jahre später unternommenes zweites Projekt trug den Titel „A Slow Ride – Sporen van Vrijheid“ („Langsame Reise – Spuren der Freiheit“). „A Slow Ride – Spuren der Freiheit“ wurde eine symbolische und poetische Reise über Freiheit und Befreiung. Aber spürte auch Gefühlen der Unfreiheit nach. Tjerk Ridders Ziel: „Dich und alle unterwegs Beteiligten auf der Suche nach ihrer persönlichen Bedeutung von Freiheit zu

Tjerk Ridder mit Esel Lodewijk. Foto via Tjerk Ridder

befragen, um anschließend das eigene Erleben von Freiheit weiter zu entwickeln.“

Auf jeweils beiden Reisen entstanden Videos und Songs, welche von den Begegnungen mit Land und Leuten erzählen. Zu „Anhängerkupplung – gesucht!“ kam ein Buch heraus. Songs fanden Eingang in die jeweiligen Bühnenprogramme. Welche der Utrechter in den Niederlanden, Deutschland und im niederländischen Konsulat in Istanbul aufführte und welche auch jetzt weiter gezeigt (hier) werden.

Begleitet wurde Ridder auf der Anhängerkupplung-gesucht-Tour von einem Freund, dem Journalisten Peter Bijl, sowie seinem Hund Dachs. In „Slow Ride – Sporen van Vrijheid“ war eine kleine Kutsche ein wichtiges Transportmittel, das vom belgischen Arbeitspferd Elfie gezogen wurde.

Tjerk Ridder – In het Licht van Martinus“ mit „ezeltje Lodewijk“

Nun wirft ein weiteres Reiseprojekt von Tjerk Ridder seine Schatten voraus.

Logo der Grande Parade Saint-Martin Tours. Grafik via Stadt Tours.

Ridder wird am 1. Juli 2017 mit dem Esel Lodewijk (Ludwig) anlässlich der Internationalen Martinus-Parade in Tours in Frankreich sein.

Die Geschichte von Sankt Martin (Martinus) wird den meisten von uns gewiss geläufig sein. Sankt Martin teilte am Stadttor der französischen Stadt Amiens seinen Mantel mit einem Bettler. Seither symbolisiert die Mantel-Teilung Mitgefühl und Solidarität für viele Menschen in Europa und andernorts auf der Welt.

Eine soziokulturelle Wallfahrt entlang Martins europäischer Kulturroute möchte Tjerk Ridder unternehmen. Der Pilgerweg soll am 4. Juli 2017 von Paris aus beschritten werden. Die Reise führt über Arras, Ieper, Gent, Brüssel, Antwerpen, Bergen op Zoom und Breda nach Utrecht. Es ist geplant, dass Tjerk Ridder mit Lodewijk am 2. September 2017 auf dem Domplein ankommt. Dort soll die Heimkehr gefeiert werden.

Was bedeutet Teilen für uns?

Tjerk Ridder erforscht wiederum wie wir in unserer Gesellschaft miteinander umgehen. Was bedeutet Teilen für die Menschen in Zeiten der Veränderung? Wie ist es mit der Solidarität mit unseren Mitmenschen bestellt? Wie teilen wir gemeinsame Zeit, Wissen, Trauer, Liebe, Essen und vielleicht Eigentum? Wie sind wir sind in der Lage, miteinander in unserem täglichen Leben wirklich zu kommunizieren, wenn es um unsere eigene Nachbarschaft geht – in Europa und auf unseren Planeten? Inspiriert ist die Reise von der Tat, der Mantel-Teilung, des barmherzigen Martins. Tjerk ist einmal mehr an einem Erfahrungsaustausch über das Thema des Teilens mit Menschen, welche er auf dem Weg wird, interessiert.

Unterstützt werden kann das Projekt via Crowdfunding. Informationen auf YouTube und in den sozialen Medien

Verfolgt werden kann die Reise via eines wöchentlichen Blogs (ab dem 15. Juni jeden Donnerstag um 17:00 Uhr online auf dem YouTube-Kanal Tjerk Ridder) und auf dessen Socia-Media-Kanälen (Facebook und Twitter). Ridder wird die unterwegs gemachten Erfahrungen mit uns teilen.

Unterstützer

Die Pferdeklinik der Universität Utrecht kümmert sich tierärztliche Versorgung für „ezeltje Lodewijk“. Die Firma „Anemone – Pferde, Trucks und Triorep“ sorgt für einen guten und sicheren Transport.

Es wird gewiss wieder ein Projekt, von dem wir auf die eine oder andere Weise profitieren werden

Wir können uns also abermals auf ein interessantes Projekt – über das auch an dieser Stelle berichtet werden wird – des Künstlers Tjerk Ridder aus Utrecht freuen. Es läuft unter dem Titel „Tjerk Ridder – In het Licht van Martinus“ und kann über Crowdfunding unterstützt werden. Wer Lust hat, schreibt Ridder, kann Tjerk Ridder auf der letzten Strecke vor Utrecht begleiten.

Update vom 14. Juli 2017 Tjerk Ridders Reiseblog

Das Milgram-Experiment

Meinen sehr verehrten LeserInnen empfohlen.

★ Victory ★ Viktoria ★

Da stöbere ich nach Feierabend ein wenig durch die sozialen Netzwerke, um zu schauen, was „meine“ Gesellschaft macht und bekomme einen schockierenden Artikel in meine Timeline gespült.

„Forscher bringen altes Folter-Experiment nach Europa – mit erschreckendem Ergebnis“

https://motherboard.vice.com/de/article/forscher-bringen-altes-folter-experiment-nach-europa-mit-erschreckendem-ergebnis?utm_source=vicefbde&utm_medium=link&utm_campaign=eg
Wer den Artikel aufmerksam gelesen hat, wird festgestellt haben, dass die Zahl der Teilnehmer zu niedrig ist, um daraus tatsächlich Statistiken ableiten zu können. Zumindest jedoch lässt sich eine gewisse Tendenz erkennen und die ist erschreckend genug. Weil es uns ganz deutlich zeigt, dass ein hoher Prozentsatz der Gesellschaft noch immer nicht in der Lage ist, selbstständig zu denken und zu handeln, entgegen einer Order von „oben“. Die Obrigkeitshörigkeit habe ich gerne den Deutschen zugeschrieben. Doch natürlich ist das kein nationales Problem, vielmehr ein kapitalistisches. Denn seit Jahrzehnten erziehen wir unsere Kinder mehr und mehr zu kleinen Robotern.

Fehler machen, bitte nicht.

Rumhibbeln, bitte nicht. Hier ein wenig Speed. (Ja, in Ritalin…

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