Buchempfehlung: „Politik aus Notwehr“ – Daniel Schwerd über Aufstieg und Fall der Piratenpartei

Erinnert sich noch jemand an die Piratenpartei? Einst galten die Piraten als politische Hoffnung. Inzwischen tauchen sie kaum noch auf in den Medien. Sie haben es – kann man sagen – in erster Linie selbst versemmelt. Chaotische Parteitage, gegenseitige Beschimpfungen – unsäglich ging man miteinander um.

Der Kölner Daniel Schwerd hat Niedergang der Piraten persönlich mit er- und durchlitten. Und das Erlebte in ein Buch gepackt. Schwerd, Mitglied der Piratenpartei 2009 bis 2015 (Austritt), 2010 bis 2013 Vorstandsvorsitzender des Kreisverbandes Köln der Piratenpartei ist seit März 2016 Mitglied der Partei DIE LINKE. Abgeordneter des Landtags Nordrhein-Westfalen ist Daniel Schwerd seit 31. Mai 2012.

Schwerd beschreibt den rasanten Aufstieg der Piraten, dem ein genauso rasender Zusammenbruch folgte.

In der Buchankündigung heißt es „Die Piratenpartei. Daniel Schwerd berichtet aus sechs Jahren Parteizugehörigkeit über Erfolge, doch auch offen und ehrlich über die Gründe für das Scheitern dieser Internetpartei. Und er zieht ein Fazit, welche Lehren man aus diesem Experiment ziehen kann.“

Der Autor

Daniel Schwerd, Mitglied im Landtag NRW, macht dort Netz- und Medienpolitik sowie Politik rund um den digitalen Wandel – einst für die Piraten, mittlerweile als fraktionsloser Abgeordneter für DIE LINKE. Diplom-Informatiker und selbstständiger Internet-Unternehmer, gehört der Medienkommission der Landesanstalt für Medien NRW an; schreibt regelmäßig zu netzpolitischen Themen in Blogs und Zeitschriften; engagiert sich für Teilhabe aller an politischen und gesellschaftlichen Prozessen, für Netzpolitik und gegen Überwachungswahn im Internet.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Buch (mit freundlicher Genehmigung des Autors)

„Ich sitze bei knapp vierzig Grad im Schatten unter dem Balkon, hier auf dem Monte Clamottone in Umbrien, schwitze, und schreibe mir eine Last von der Seele. Ich schreibe hier über ein Kapitel Vergangenheit, denn die Entscheidung, die Piratenpartei zu verlassen, steht bereits fest. Es ist nur noch das Wie und das Wann, welches mir unklar ist. (…)“

(…)“Ich konnte nächtelang nicht richtig schlafen, immer wieder formulierte ich in meinem Kopf Partei-Austrittsbegründungen und Blogartikel, die erklären sollen, warum ich nicht mehr Teil von etwas sein kann, das in den letzten sechs Jahren mein Leben bestimmte. Und mir wurde klar, dass es so einfach nicht funktionieren würde: Nicht so, nicht in einem Blogpost. Ich würde sehr viel weiter ausholen müssen. Ich war Teil von einem einzigartigen Ereignis, zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich durfte den rasanten Aufstieg und den genauso rasenden Zusammenbruch einer Bewegung erleben – denn das Projekt „Piratenpartei“ ist gescheitert. Ob nun endgültig oder nur vorerst, vermag ich nicht zu sagen – mir ist jedenfalls unklar, wo die Ressourcen für eine Wiedergeburt überhaupt herkommen sollten. Ich persönlich muss jedoch in jedem Fall hier einen Schlussstrich ziehen.“(…)

Das liest sich schon einmal gut und weckt Interesse. Man ist gespannt. Wie funktionierte das Innenleben der Partei? Wie ging man miteinander um? Wann wuchsen die Spannungen. Und: wird es gelingen, die Partei wieder zu aktivieren? Bekommt sie noch einmal die Chance – bzw. ist sie imstande sich diese selbst zu geben – wie ein Phönix aus der Asche zu steigen? Oder ist das Piratenboot schon so leckgeschlagen, das es irreparabel gänzlich absaufen wird? Was lehrt uns dieser Ausflug der Piraten in die Politik?

Möglicherweise gibt Daniel Schwerds per Crowdfunding finanziertes Buch Antworten auf diese Fragen.

Auf der Startnext-Seite kann das Buch vorbestellt werden.  Später wird es dann auch normal über Buchandel und online zu bestellen sein oder hier auf der Seite „Politik aus Notwehr“.

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