„Eiserner Reinoldus“ ging in Dortmund an Veye Tatah von „Africa Positive“

Veye Tatah ist Gründerin des Vereins "Africa Positive" und ehrenamtliche Chefredakteurin des gleichnamigen Magazin; Foto: mit freundlicher Genehmigung von Veye Tatah.

Veye Tatah ist Gründerin des Vereins „Africa Positive“ und ehrenamtliche Chefredakteurin des gleichnamigen Magazin; Foto: mit freundlicher Genehmigung von Veye Tatah.

Die Sicht des sogenannten Westens auf den Kontinent Afrika ist sehr eingeschränkt. Wenn nicht gar beschränkt. Nicht zuletzt dadurch ist unser Bild von diesem Kontinent von Vorurteilen geprägt. Kaum jemand bemüht sich um eine differenziertere Wahrnehmung Afrikas und der Afrikanerinnen und Afrikaner. Immerhin gibt es auf diesem Kontinent 54 Staaten. Und somit eine unglaubliche Vielfalt! Wir aber sprechen zumeist pauschal zumeist nur von „Afrika“. Und wenn von Afrika gesprochen oder geschrieben wird, erfahren wir in aller Regel Negatives: Katastrophen, Armut, Hunger, Korruption, Staatsstreiche scheinen geradezu an der Tagesordnung. Vielfach erwarten wir auch gar nichts anderes. Der leider viel zu früh verstorbene Schriftsteller und Theaterleiter Henning Mankell kannte Afrika aus eigener Anschauung. Vor Jahren sprach er hoffnungsvoll davon, dass man Geräusche in Afrika vernehme könne. Er meinte damit, dass ein Kontinent und seine Menschen Aufbruch begriffen wären und infolgedessen mit ihnen zukünftig zu rechnen sei.

Africa Positive“ als „Brücke zum bunten Kontinent“

Der Verein „Africa Positive e. V.“ wurde gegründet, um ein differenzierteres Bild von Afrika und seinen Menschen zu zeichnen.  Das in Dortmund produzierte Magazin „Africa Positive“  arbeitet in eben diesem Sinne. Der Verein begreift sich als „die Brücke zum bunten Kontinent“. Und beweist dies auch in vielfacher Hinsicht. Da geht es überhaupt nicht darum Afrika pauschal rosig zu malen, sondern Unterschiede sichtbar zu machen. Dass die meisten von uns in puncto Afrika pauschalisieren, geht nicht zuletzt (auch) auf die Kappe vieler Medien, die über die Jahre kaum etwas unternahmen, um das zu ändern. Untrennbar mit „Afrika Positive“ ist Veye Tatah, die auch ehrenamtliche Chefredakteurin des gleichnamigen Magazins ist, verbunden. Sie ist die Gründerin des Vereins. Die gebürtige Kamerunerin machte beispielsweise im Jahr der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland den kritikwürdigen Umgang mit dem Thema Afrika u.a. am Beispiel eines Fußballspiels deutlich.

Guntram Schneider, Ex-NRW-Sozialminister: Entscheidung zur Preisverleihung an Veye Tatah „Volltreffer“

Der Presseverein Ruhr hat Veye Tatah, Gründerin und Initiatorin des Vereins „Africa Positive“, im Dortmunder Rathaus mit dem Eisernen Reinoldus (mit Fotos von der Verleihung) ausgezeichnet.

Zum Dortmunder Stadtpatron hier mehr (Quelle: derwesten).

Wie die „Nordstadtblogger“ berichteten, hat Ex-NRW-Sozialminister Guntram Schneider (SPD) die Entscheidung des Pressevereins als „Volltreffer“ gelobt. Die Preisträgerin stehe für vorbildlich „gelebte Integration“ ein. Tatah sei „ein Multitalent“. Schneider „hob“ laut Nordstadtblogger „auf ihr vielfältiges, gesellschaftliches Engagement ab, um das sie sich um das Gemeinwohl verdient mache.“ Zum Magazin Africa Positive sagte Schneider, es sei  „lesenswert, höchst professionell gemacht und spannend geschrieben“.

Die Nordstadtblogger weiter zur Ansprache von Guntram Schneider:

„Wenn die Medien heute über Afrika berichten, dann komme der Kontinent sehr häufig als etwas Exotisches daher.

Die tatsächlichen Ursachen für die Probleme der afrikanischen Staaten geraten dabei viel zu kurz, meinte der einstige DGB-Landesvorsitzende.

Die mangelnde Beschäftigung mit dem Kontinent werde sich aber noch rächen. Denn die Folgen der Entwicklungen seien in Europa aber auch jetzt schon deutlich zu spüren.

Ein erheblicher Teil der Flüchtlinge stamme nicht nur aus Syrien oder dem Irak, sondern vor allem auch aus Afrika.

Die Redeweise von Wirtschaftsflüchtlingen sei für ihn unverständlich, mit dem Begriff seien doch eigentlich diejenigen gemeint, die der Steuer in Deutschland entgehen wollen. Es handele sich doch oftmals um Armutsflüchtlinge, die Afrika verlassen.“

Mit Veye Tatah ist erstmals eine Persönlichkeit mit dem Eisernen Reinoldus ausgezeichnet worden, deren Wurzeln nicht in Europa liegen.

Zum aktuellen Magazin: „Was der Mensch säht, das wird er ernten“

Veye Tatah im Editorial des Magazins "Africa Positive"; Foto: via Veye Tatah.

Veye Tatah im Editorial des Magazins „Africa Positive“; Foto: via Veye Tatah.

Ihr Editorial zur Nr. 59 des Magazins „Africa Positive“ beschließt sie in ihrer Funktion als ehrenamtliche Chefredaktion unter dem Titel „Was der Mensch sät, das wird er ernten. Fluchtursachen bekämpfen, nicht die Flüchtlinge“ mit dem folgenden Sätzen: Es ist höchste Zeit, dass die Länder Afrikas die Ressourcen des Kontinents selbst weiter verarbeiten und Arbeitsplätze vor Ort schaffen. Wenn wir es ehrlich damit meinen, die Fluchtursachen langfristig bekämpfen zu wollen, dann brauchen wir eine sozialverträgliche und menschliche Wirtschaftspolitik – nur sie kann nachhaltig sein und allen Kontinenten nutzen.“

Schön, dass Tatah zu guter Letzt noch einmal an den verstorbenen Henning Mankell erinnert:

„Lieber Leser, Afrika hat einen guten Freund verloren. Die Arbeit, die wir heute machen, das Bild Afrikas ausgewogen darzustellen, hat Henning Mankell jahrelang verkörpert. Wir werden ihn vermissen. Genießen Sie die Lektüre in diesem Heft!“ (Wo das Magazin käuflich erworben bzw. wie es abonniert werden kann, finden Sie hier.)

Glückwunsch an Veye Tatah zum verdient erhaltenden „Eisernen Reinoldus“. Und Dank auch an ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter für die wichtige gesellschaftliche Arbeit! Bisher erhaltene Preise und Ehrungen.

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