Dortmund: Zwei Flusskreuzfahrtschiffe werden 180 Geflüchteten als Wohnstatt dienen

Vor einem Jahr machte das Fluchtschiff im Dortmunder Hafen fest, um auf die Situation von Flüchtlingsfrauen aufmerksam zu machen. Vom kommenden Dienstag an werden fast an gleicher Stelle 180 Flüchtlinge auf zwei Flusskreuzfahrtschiffen wohnen; Fotos: CD.Stille

Vor einem Jahr machte das Fluchtschiff im Dortmunder Hafen fest, um auf die Situation von Flüchtlingsfrauen aufmerksam zu machen. Vom kommenden Dienstag an werden fast an gleicher Stelle 180 Flüchtlinge auf zwei Flusskreuzfahrtschiffen wohnen; Fotos (2): CD.Stille

Vor einem Jahr war „Radikalpoet“ Heinz Ratz mit seiner nun bereits dritten Aktion für Flüchtlingsrechte unterwegs. Auf der Deutschlandtour machte er samt Mitstreitern im Zuge der Aktion „Fluchtschiff“ mit zwei Flössen – darauf Flüchtlingsfrauen – u.a. auch im Dortmunder Hafen fest. Heinz Ratz wollte mit dieser Aktion besonders auf die spezielle Situation von Flüchtlingsfrauen aufmerksam machen. Schon damals waren Millionen Flüchtlinge weltweit unterwegs. Darunter auch Menschen aus Syrien. Die Flüchtlingsfrauen wurden laut und machten so auf ihre Lage sowie Missstände in Asylunterkünften aufmerksam. An einen nicht abreißenden Flüchtlingsstrom mit dem wir mittlerweile konfrontiert sind, war vor einem Jahr nicht zu denken. Obwohl wir alle eigentlich – falls mit normalen Menschenverstand ausgerüstet und gut informiert – eigentlich schon immer damit rechnen mussten, dass die zu einem beträchtlichen Teil vom Westen verursachten Fluchtursachen früher oder später sozusagen im Gegenlauf  zu einer größeren Fluchtbewegung gen Westeuropa würden führen müssen.

Mit #CarsOfHope vor Ort in Slowenien helfen

Logo engagierten Helfer; via #CarsOfHope Wuppertal.

Logo der engagierten Helfer; via #CarsOfHope Wuppertal.

Nun hilft kein Lamentieren und auch keine noch so absurden rechtspopulistischen Vorschläge aus Horst Seehofers Bayern bringen uns weiter: Den zu uns kommenden Flüchtlingen muss geholfen werden. Sie müssen hierzulande menschenwürdig untergebracht und versorgt werden. Erfreulich ist die große Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung. Freunde von mir sind vor ein paar Tagen mit einem Hilfskonvoi unter dem Motto „CarsOfHope“ nach Slowenien gefahren, um den Geflüchteten vor Ort zu helfen.

Die Kommunen hier in Deutschland stehen vor einer Mammutaufgabe

Während die Flüchtlingsfrauen weiter laut auf ihre Lage aufmerksam machen, steigt die Anzahl der unterzubringenden Flüchtlinge - auch in Dortmund - weiter.

Während die Flüchtlingsfrauen weiter laut auf ihre Lage aufmerksam machen, steigt die Anzahl der unterzubringenden Flüchtlinge – auch in Dortmund – weiter.

Immer neue Unterkünfte für die ankommenden Flüchtlinge müssen organisiert werden. In Dortmund geschieht das neben schon bestehenden Einrichtungen bereits mit einem Containerdorf unweit der Dortmunder Westfallenhallen. Vom kommenden Dienstag an sollen Geflüchtete nun nun auch auf zwei Flusskreuzfahrtschiffen im Dortmunder Schmieding-Hafen untergebracht werden. Allerdings – so informierte die Stadt – wenn die Flüchtlinge damit einverstanden sind. Wir wissen, viele Geflüchtete kamen übers Meer und sind möglicherweise traumatisiert. Die schwimmenden Hotelschiffe liegen nicht sehr weit von dem Ort entfernt vor Anker, wo vor Jahresfrist Heinz Ratz und die Flüchtlingsfrauen ihre beide Flösse vertäut hatten.

Vorurteilen ausgeräumt: Keine Luxusunterkünfte

Die Nordstadtblogger berichten heute mit einem Artikel und Fotos von Alexander Völkel über einem gestrigen Ortstermin im Dortmunder Schmieding-Hafen, welcher Vorurteile ausgeräumt habe. Demnach steht fest: Keine Luxus-Unterbringung auf Kreuzfahrtschiffen.

Insgesamt 180 Geflüchtete sollen auf den beiden Schiffen wohnen

Und über die Schiffe, welche nicht gerade neu seien: „Die MS Solaris, 80 Meter lang, 9,5 Meter breit, 45 Kabinen für 100 Passagiere, ist Baujahr 1982. Die MS Diana, 79 Meter lang, 7,75 Meter breit, mit 39 Kabinen für 80 Menschen ist sogar seit 1970 im Einsatz.“ Die Schiffe bieten“, berichten die Nordstadtblogger, „deutlich mehr Privatsphäre als die anderen Notquartiere“. Insgesamt sollen auf den beiden Flusskreuzfahrtschiffen 180 Flüchtlinge wohnen.

Mehr lesen auf Nordstadtblogger.

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