Dortmund: InterTabac fand trotz abermaligem Protest statt

Protest vor dem Messeort in Dortmund; Foto: Forum Rauchfrei

Protest vor dem Messeort in Dortmund; Foto: Forum Rauchfrei

Ob das ein würdiges Aushängeschild für die Stadt Dortmund ist? Das Forum Rauchfrei, das sich gegen die Auswirkungen des blauen Dunstes engagiert, überschreibt eine Presseerklärung mit „Tabakindustrie feiert Dortmund als ‚Nabel der Tabakwelt‘ – NRW Gesundheitsministerin bleibt untätig“. (Dazu auch: hier)

Weiter heißt es nach einem Protest des Forum Rauchfrei am Eröffnungstag der Woche: „Obwohl die Stadt Dortmund mit ihrer Tabakmesse „InterTabac“ vom 18. – 20. September die weltgrößte Veranstaltung zur Verkaufsförderung von Tabakprodukten durchführt, sieht NRW Gesundheitsministerin Barbara Steffens keinen Handlungsbedarf. Von der Messe gehe kein ‚zunehmendes Gefährdungspotential‘ für Deutschland aus, erklärte sie in ihrer Antwort auf einen Appell, in der sie gebeten wurde, sich für ein Ende der Messe einzusetzen.

Johannes Spatz (im weißen Kittel rechts) sieht den Dortmunder Oberbürgermeister in der Pflicht; Foto: Forum Rauchfrei

Johannes Spatz (im weißen Kittel rechts) sieht den Dortmunder Oberbürgermeister in der Pflicht; Foto: Forum Rauchfrei

‚Das bestehende Gefährdungspotenzial der Messe für die Gesundheit der Menschen reicht völlig aus, um ihr Ende zu fordern‘, sagt dagegen Johannes Spatz, Sprecher des Forum Rauchfrei. „’ährlich sterben weltweit ca. 6.000.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums‘. Die Stadt Dortmund trage mit der „InterTabac“ ihren Teil hierzu bei. Die Reaktion der Gesundheitsministerin sei sehr enttäuschend. ‚Sie hätte sich klar gegen die Messe positionieren müssen‘, so Spatz.

Der Appell an die Ministerin war von mehreren großen Ärzteverbänden mitgetragen worden, so z. B. von der Deutschen Herzstiftung, der Deutschen Diabetes Gesellschaft, dem Bundessverband der Pneumologen, dem Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte und der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Da die Messe nicht von einem privatwirtschaftlichen Unternehmen, sondern von einem kommunalen Unternehmen veranstaltet wird, bestehe durchaus die Möglichkeit, sie zu stoppen. Offensichtlich fehle dafür allein der politische Wille, so Spatz. Dortmunds Oberbürgermeister Ulrich Sierau hatte sich bisher beharrlich geweigert, die Messe zu unterbinden. Das Forum Rauchfrei fordert von der Landesregierung, Druck auf die Stadt auszuüben. Schließlich habe sich das Land mit seinen Gesundheitszielen verpflichtet, den Tabakkonsum zu senken. ‚Da kann man nicht gleichzeitig die Weltleitmesse der Tabakindustrie veranstalten‘, sagt Spatz.“

Dem Forum Rauchfrei gelang es auch abermals nicht die Tabakmesse in Dortmund zu verhindern. Allerdings gedenkt man nicht aufzugeben. Vielleicht höhlt ja steter Tropfen irgendwann den Stein?

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