Lückenloses Verbot für Glimmstängelwerbung gefordert. Bundestagsabgeordnete überklebten Tabakreklame

Überklebten Tabakreklame in Potsdam: Lothar Binding (MdB, SPD), Johannes Spatz (Forum Rauchfrei), Kathrin Vogler (MdB, DIE LINKE) und Giovanni Schulze (v.l.n.r); Foto via Forum Rauchfrei

Überklebten Tabakreklame in Potsdam: Lothar Binding (MdB, SPD), Johannes Spatz (Forum Rauchfrei), Kathrin Vogler (MdB, DIE LINKE) und Giovanni Schulze (v.l.n.r); Foto via Forum Rauchfrei

Rauchen ist Privatsache. Und da wohl heute jeder weiß, dass Rauchen schädlich ist, müssen sich Rauchende auch mit den möglichen Gesundheitsrisiken abfinden. Der Nichtraucherschutz – so ungenügend der im Einzelfall  bzw. durch unterschiedliche gesetzliche Länderregelungen auch noch so verschieden ausfällt – ist nötig, um Menschen vor den Folgen des Passivrauchens zu schützen. Inkonsequent finden darüberhinaus Viele, die dem Rauchen kritisch bis ablehnend gegenüberstehen, dass bis dato Tabakwerbung erlaubt geblieben ist.
Denn eigentlich sollte man meinen: Wer raucht, raucht ohnehin und kauft sich seine tägliche Ration Gift. Wozu braucht man da noch Werbung für Glimmstängel? Doch so naiv denkt die mächtige Tabakindustrie gewiss nicht. Die dürfte die bisherigen Konsumenten nicht nur bei der Stange, respektive dem (Glimm-)Stängel halten, sondern neue über Werbung gewissermaßen visuell „anfixen“ wollen.

Das Aktionszentrum des Forum Rauchfrei wirkt diesem Ansinnen mit seinen ihm zur Verfügung stehenden eher bescheidenen Mitteln und Möglichkeiten entgegen. Man will die Tabakwerbung unbedingt verboten sehen. Am besten von jetzt auf gleich. Öffentlichkeitswirksam müssen dem Zwecke dienenden Aktionen dann aber schon in Szene gesetzt werden.

Wie aus einer Presseerklärung des Aktionszentrum Rauchfrei hervorgeht, griffen die Aktivisten des Forum Rauchfrei zu Leim, Pinsel und bedrucktem Papier und überklebten gemeinsam mit zwei Bundestagsabgeordneten Tabakwerbung in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. Genau genommen erfüllt diese Aktion den Tatbestand der Sachbeschädigung. Doch für eine, ihrer Meinung nach nötige Tat, um einem guten Zweck zu dienen, wird das in Kauf genommen.

Aus der Presseerklärung des Forum Rauchfrei vom 10. Oktober 2014:

„Heute haben zwei Mitglieder des Bundestags bei einer Protestaktion des Forum Rauchfrei in Potsdam ein Tabakwerbeplakat überklebt. Ziel ist es, das längst überfällige Verbot aller Formen der Tabakwerbung, der Förderung des Tabakverkaufs und des Sponsorings einzufordern.

 

Lothar Binding, MdB, SPD: „Ein vollständiges Tabakwerbeverbot ist längst überfällig. Deutschland hat sich in einem internationalen Vertrag 2005 verpflichtet, bis 2010 sämtliche Tabakwerbung zu verbieten. Leider ignoriert Deutschland diesen Vertrag bis heute, weil offensichtlich die Tabaklobby im politischen Berlin gegen ein Verbot massiv Front macht. Wir müssen jetzt endlich handeln, um zu verhindern, dass weiterhin jährlich über 100.000 Menschen an den Folgen des Rauchens sterben.“

 

Kathrin Vogler, MdB, Die Linke: „Wer Kinder und Jugendliche vor der perfiden Manipulation durch die Tabakkonzerne schützen will, der muss Tabakwerbung im öffentlichen Raum rigoros unterbinden. Nikotinabhängigkeit ist ein Gesundheitsrisiko, dem Jahr für Jahr 110.000 Menschen in Deutschland zum Opfer fallen. Deutschland muss endlich das WHO-Tabakrahmenabkommen umsetzen!“

 

Johannes Spatz, Forum Rauchfrei: „Wir fordern ein lückenloses Werbeverbot auf den Straßen und im Kino, aber auch an den Orten des Verkaufs, wie in Kiosken oder Tabakgeschäften. Jeder zweite Raucher stirbt an den Folgen dieser Sucht. Eine Regierung, die Tabakwerbung zulässt, trägt daran eine Mitschuld. Die Bundesregierung soll noch in diesem Jahr den von der damaligen Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner vorgelegten Gesetzesentwurf für ein Tabakwerbeverbot aus der Schublade ziehen und dem Bundestag zur Abstimmung vorlegen.“

 

Giovanni Schulze vom Amt für Werbefreiheit und gutes Leben, das sich für das Zurückdrängen der Werbung einsetzt: „Außenwerbung schränkt unsere Freiheit ein, weil wir uns ihr nicht entziehen können. Weniger Werbeplakate stellen einen Freiheitsgewinn dar.“

Eine ebensolche Aktion hatten die Rauchfrei-Aktivisten bereits dieses Jahr in Dortmund durchgeführt. Da schritt der Grünen-Politiker Dr. Mario Krüger, ein bekennender Kettenraucher mit zur Tat und „beschädigte“ ein Plakat durch Überkleben von Tabakwerbung. Eine Reaktion darauf ist nicht bekannt.

Der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) ist – zum Leidwesen des Forum Rauchfrei und manch anderer Gegner des Hofierens von Glimmstängeln – bis jetzt dem guten  Beispiel seines Mitgenossen, des Bundestagsabgeordneten seiner Partei Lothar Binding, nicht gefolgt, sich ebenfalls glaubhaft gegen Tabakwerbung zu engagieren. Im Gegenteil: Bis heute darf eine Stadttochter Dortmunds in den Westfalenhallen eine Tabakmesse durchführen. Aus diesem Grunde wollte Johannes Spatz (Forum Rauchfrei) Sierau kürzlich zum „Kippenkaiser“ krönen. Ullrich Sierau indes entzog sich dieser Negativehrung erfolgreich (mein Bericht dazu hier).

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Ein Kommentar zu “Lückenloses Verbot für Glimmstängelwerbung gefordert. Bundestagsabgeordnete überklebten Tabakreklame

  1. Meiner Meinung nach sollte nicht die Tabakwerbung sondern die kriminelle Vereinigung „Forum rauchfrei“ umgehend verboten und aufgelöst werden. Wer öffentlichkeitswirksam Straftaten begeht und sich dafür auch noch bejubeln lässt, stellt sich außerhalb unserer demokratischen Grundwerte. Das Handeln der Akteure ist ausschließlich von der Durchsetzung einer fundamentalistischen Ideologie geprägt, nach der die Welt um jeden Preis „rauchfrei“ werden muss. (Gemeint ist natürlich nur Takakrauch, nicht etwa derjenige aus Autos und Fabrikschornsteinen.) Dass dabei freiheitliche Grundwerte mit Füßen getreten werden, versteht sich fast von selbst.

    Takakwerbung schadet niemandem, man muss die angepriesenen Produkte ja nicht kaufen, außerdem sind sie für Minderjährige generell nicht erhältlich. Und aus gutem Grund haben bisher sämtliche Drogenbeauftragte der Bundesregierung einem Tabakverbot die klare Absage erteilt. Sogar Sabine Bätzing, die ja nun weissgott nicht als raucherfreundlich gilt und von daher besonders häufig mit solchen Anfragen traktiert wurde! Den Menschenhassern vom Forum rauchfrei und anderen passt das natürlich nicht, unablässig weiter steigern sie ihre Propaganda, werden dabei unterstützt von schwerreichen ausländischen Terrororgarnisationen. Sie hassen nicht die Werbung, nein sie hassen die Raucher und gefährden damit den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft. Noch ist es bei uns nicht soweit, dass man sich für den Kauf von Zigaretten schämen muss, jedoch bezweckt das Werbeverbot neben anderen Maßnahmen auch, dass der Käufer zur randständigen Ekelgestalt herabgewürdigt wird, der sich eklelerregende Produkte kauft, die man beim besten Willen nicht mehr öffentlich ausstellen kann und darf.

    Das Forum rauchfrei verfügt über eine Macht, von der islamische Fundamentalisten nur träumen können. Man verbietet Takakmessen, überklebt und stiehlt Werbeplakate, drangsaliert Verkäufer von Takakwaren, fordert asoziale Takaksteuererhöhungen und setzte kürzlich dem Ganzen noch die Krone auf, indem der Petitionsplattform „Change.org“ untersagt werden sollte, „Raucherpetitionen“ anzunehmen, während raucherfeindliche Petitionen dort natürlich weiterhin gang und gäbe sind. Es wäre das Ende jeglicher Presse- und Meinungsfreiheit, würde Change.org dem Ansinnen nachkommen. Kurzum: Forum rauchfrei gehört, wenn schon nicht verboten, unter umgehender Beobachtung durch den Verfassungsschutz, denn es besteht der begründete Verdacht auf landesverräterische und verfassungsfeindliche Aktivitäten, die den gesellschaftlichen Frieden stören und der Bundesrepublik erheblichen Schaden zufügen. U. a. die Dortmunder Westfalen GmbH wird wissen, wovon ich spreche. Und dieser Schaden ist konkret bezifferbar, während der angebliche Schaden, den die Raucher wem auch immer zufügen, höchst umstritten ist.

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